Ein Gutachten der Universität Konstanz zeigt: Es existieren erhebliche regionale Unterschiede bei der Erteilung von Arbeitsgenehmigungen für ausländische Arbeitskräfte, auch in Baden-Württemberg. Selbst dort, wo dringend Fachkräfte gesucht werden.
Neues Gutachten: Erhebliche regionale Unterschiede bei Arbeitsgenehmigungen
- 16.06.2026 -
Das Gutachten wurde von Forschenden der Universität Konstanz im Auftrag der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag erstellt. Es analysiert die Ablehnungsquoten bei Arbeitsbewilligungen zwischen 2018 und 2024 auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte. Ein besonderer Fokus lag dabei auf Süddeutschland, insbesondere Bayern und Baden-Württemberg. Das Ergebnis: Obwohl Unternehmen in Deutschland vielerorts händeringend nach Arbeitskräften suchen, entscheiden Ausländerbehörden und Agenturen für Arbeit regional sehr unterschiedlich über Arbeitsbewilligungen für ausländische Beschäftigte.
Auch in Baden-Württemberg gibt es starke regionale Unterschiede bei den Entscheidungsmustern: Die höchste durchschnittliche Ablehnungsquoten verzeichnete Mannheim mit 22,9 Prozent, besonders niedrige Werte hingegen der Hohenlohekreis mit 8,4 Prozent, Schwäbisch Hall mit 8,6 Prozent, Ludwigsburg mit 9,6 Prozent und Stuttgart mit 10,0 Prozent.
Laut Gutachten weisen diese Quoten auf erhebliche Unterschiede in der administrativen Entscheidungspraxis hin. Hier zeigt sich eine teils „unnötig restriktive Bewilligungspraxis“ als strukturelles Problem, welches Fragen nach Transparenz und Gleichbehandlung aufwirft und den Fachkräftemangel verschärft, da vorhandenes Arbeitskräftepotenzial nicht genutzt wird. Nach Ansicht der Forschenden bedarf es klarere und bundesweit einheitlichere Kriterien für die Ausländerbehörden sowie ein engmaschigeres Monitoring der Entscheidungspraxis.
Weitere Informationen zum Gutachten finden Sie auf der Webseite der Universität Konstanz.



